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Burnout bei pflegenden Angehörigen: Anzeichen, Ursachen und was wirklich hilft

So erkennen Sie frühe Anzeichen eines Burnouts bei pflegenden Angehörigen und erfahren, welche praktischen Veränderungen die Belastung verringern können, bevor daraus eine Krise wird.

Burnout bei pflegenden Angehörigen: Anzeichen, Ursachen und was wirklich hilft

Die Pflege eines Elternteils oder einer Partnerin bzw. eines Partners beginnt selten gleich als Vollzeitaufgabe. Sie nimmt nach und nach zu: erst eine Fahrt zum Arzt, dann der wöchentliche Einkauf, dann Hilfe am Morgen und schließlich ein Telefon, das kaum noch stillsteht. Weil die Belastung langsam wächst, bleibt sie oft unbemerkt, bis die pflegende Person erschöpft und gereizt ist und kaum noch Kraft hat. Dieser Zustand hat einen Namen: Burnout bei pflegenden Angehörigen. Er ist häufig, verständlich und lässt sich mit den richtigen Veränderungen überwinden.

Dieser Leitfaden bietet allgemeine Informationen und ersetzt keine medizinische Beratung. Wenn Sie das Gefühl haben, nicht mehr zurechtzukommen, oder daran denken, sich etwas anzutun, wenden Sie sich noch heute an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt oder an eine Krisenhotline.

Woran Sie Burnout erkennen

Burnout ist eine körperliche, emotionale und geistige Erschöpfung, die entsteht, wenn die Anforderungen der Pflege dauerhaft größer sind als die Erholung und Unterstützung, die Sie bekommen. Häufige Anzeichen sind:

  • Sie fühlen sich selbst nach einer ganzen Nacht Schlaf müde oder können vor lauter Sorgen nicht schlafen.
  • Sie fahren die Person, um die Sie sich kümmern, an und fühlen sich danach schuldig.
  • Sie vernachlässigen Freundschaften, Hobbys und Ihre eigenen Termine.
  • Sie haben häufig Kopfschmerzen oder Rückenschmerzen oder werden öfter krank.
  • Sie fühlen sich gefangen, hoffnungslos oder haben das Gefühl, nichts von dem, was Sie tun, reicht aus.
  • Sie verlassen sich auf Koffein oder Alkohol oder lassen Mahlzeiten aus, um den Tag zu überstehen.

Ein oder zwei dieser Anzeichen in einer schlechten Woche sind normal. Treten mehrere davon in den meisten Wochen auf, ist das ein Signal, etwas zu verändern. Unser kostenloser Burnout-Selbsttest für pflegende Angehörige stellt zwölf kurze Fragen zu den vergangenen zwei Wochen und vermittelt ein ehrliches Bild, das Sie jemand anderem zeigen können.

Warum sich die Belastung aufbaut

Burnout hat meist einige vorhersehbare Ursachen: Eine Person übernimmt den Großteil der Arbeit, es gibt keine regelmäßigen Auszeiten, die Erwartungen daran, was andere Angehörige tun, sind unklar, es gibt Geldsorgen und die emotionale Belastung, mitzuerleben, wie es einem geliebten Menschen zunehmend schlechter geht. Das ist kein Zeichen von Schwäche oder davon, dass Ihnen die Person nicht genug am Herzen liegt. Es ist ein Zeichen dafür, dass sich die Pflegeorganisation ändern muss.

Schritt 1: Machen Sie die Arbeit sichtbar

Es ist schwer, eine Last aufzuteilen, die sonst niemand sieht. Schreiben Sie eine Woche lang alles auf, was Sie tun, und schätzen Sie, wie lange es jeweils dauert: Körperpflege, Mahlzeiten, Medikamente, Termine, Papierkram und Telefonate. Ein einfaches tägliches Pflegetagebuch eignet sich dafür gut. Die Gesamtmenge überrascht oft die übrigen Familienmitglieder, und die Liste bildet den Ausgangspunkt für eine gerechtere Aufteilung.

Schritt 2: Teilen Sie Aufgaben schriftlich auf

Treffen Sie sich als Familie und teilen Sie die Liste auf. Seien Sie konkret: „Sam übernimmt die Besuche am Dienstag und Freitag“ statt „Sam hilft mehr“. Angehörige, die weit entfernt wohnen, können Aufgaben übernehmen, für die sie nicht vor Ort sein müssen: Termine vereinbaren, Rezepte bestellen, Rechnungen verwalten oder regelmäßig anrufen. Halten Sie das Ergebnis in der Aufgabenverteilung in der Familie fest, damit nichts vom Gedächtnis abhängt.

Schritt 3: Planen Sie Auszeiten wie Termine

Auszeiten, die „kommen, wenn es ruhiger wird“, finden nie statt. Tragen Sie sie stattdessen in den Wochenplan für die Betreuung ein: ein paar Stunden pro Woche und zusätzlich alle paar Monate eine längere Pause. Möglich ist zum Beispiel, dass ein anderes Familienmitglied einspringt, eine bezahlte Pflegekraft einige Stunden übernimmt, die betreute Person eine Tagespflege besucht oder eine Kurzzeitpflege organisiert wird.

Schritt 4: Achten Sie auf Ihre eigene Gesundheit

Nehmen Sie Ihre eigenen Arzt- und Zahnarzttermine wahr; die Person, um die Sie sich kümmern, ist auf Ihre Gesundheit angewiesen. Essen Sie regelmäßig, bewegen Sie sich täglich, auch wenn nur kurz, und sorgen Sie nach Möglichkeit für ausreichend Schlaf. Wenn niedergeschlagene Stimmung, Angst oder Schlafprobleme länger als ein paar Wochen anhalten, sagen Sie Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, dass Sie eine pflegende Angehörige bzw. ein pflegender Angehöriger sind: Das verändert das Gespräch.

Schritt 5: Sprechen Sie mit jemandem

Schuldgefühle, Groll, Trauer und Frustration gehören ganz normal zur Pflege und sind kein Versagen. Eine Freundin oder ein Freund, eine Selbsthilfegruppe für pflegende Angehörige, eine Beratungsstelle oder eine Glaubensgemeinschaft kann Ihnen helfen, damit umzugehen. Viele pflegende Angehörige sagen, das Hilfreichste sei gewesen, laut auszusprechen, wie schwer es geworden war.

Wann eine größere Veränderung nötig ist

Wenn Ihr Ergebnis beim Selbsttest trotz dieser Schritte weiterhin hoch ist, muss sich möglicherweise die Pflegeorganisation selbst ändern: durch mehr bezahlte Unterstützung, eine andere Aufgabenverteilung oder einen Umzug in eine betreute Wohnform. Eine Einschätzung des Pflegebedarfs und ein Vergleich der Pflegekosten helfen der Familie, die Möglichkeiten in Ruhe statt in einer Krisensituation zu prüfen.

Quellen

  1. Taking Care of Yourself: Tips for Caregivers — National Institute on Aging
  2. Caregiver Burnout — Cleveland Clinic
  3. Caregiving — Centers for Disease Control and Prevention

CareTaskNest hilft Familien, die Betreuung im Alltag zu organisieren. Wir bieten keine medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Rufen Sie im Notfall die örtliche Notrufnummer an (112).