Ratgeber

Einen Elternteil mit Parkinson pflegen

Parkinson wirkt sich bei jedem Menschen anders aus. Veränderungen können Bewegung, Schlaf, Stimmung, Denken und alltägliche Aufgaben betreffen. Erfahren Sie, was sich im Laufe der Zeit verändern kann, wie Sie die Selbstständigkeit und Sicherheit Ihres Elternteils unterstützen und wann Sie das Betreuungsteam kontaktieren sollten.

Einen Elternteil mit Parkinson pflegen

Die Pflege eines Elternteils mit Parkinson kann bedeuten, sich auf Veränderungen einzustellen, die Bewegung, Kommunikation, Schlaf, Stimmung und alltägliche Aufgaben betreffen. Diese Veränderungen verlaufen nicht bei allen gleich, und es kann gute und schwierige Tage geben. Ihr Elternteil kennt seine eigenen Vorlieben nach wie vor am besten: Beziehen Sie ihn in Entscheidungen ein, bieten Sie Hilfe an, ohne ihm Aufgaben abzunehmen, und fragen Sie beim Behandlungsteam nach, wenn Sie unsicher sind.

Dieser Ratgeber bietet allgemeine Informationen und ersetzt keine medizinische Beratung. Eine Ärztin, ein Arzt oder eine andere qualifizierte Fachperson, die Ihr Elternteil kennt, kann dabei helfen, die Symptome einzuordnen und die Pflege zu planen.

Was sich im Laufe der Zeit verändern kann

Parkinson ist eine fortschreitende Erkrankung, doch Verlauf und Auswirkungen sind unterschiedlich. Bei manchen Menschen stehen vor allem Bewegungsprobleme im Vordergrund; andere haben auch Beschwerden wie Verstopfung, Schlafprobleme, Angstzustände, eine gedrückte Stimmung oder Schwierigkeiten beim Denken. Auch im Tagesverlauf können die Symptome schwanken. Die NHS-Übersicht zur Parkinson-Krankheit und der Ratgeber der Parkinson’s Foundation zu Parkinson beschreiben häufige Symptome und Behandlungsmöglichkeiten.

Es kann hilfreich sein, an groben Phasen statt an einem festen Zeitplan zu denken:

  • Frühe Veränderungen: Ihr Elternteil kann die meisten Tätigkeiten vielleicht noch selbstständig ausführen, bemerkt aber möglicherweise Zittern, Steifheit, verlangsamte Bewegungen oder Schwierigkeiten bei Aufgaben wie Anziehen, Schreiben oder Kochen. Praktische Anpassungen können hilfreich sein, während die gewohnten Aufgaben und Routinen beibehalten werden.
  • Mehr Unterstützung bei alltäglichen Aufgaben: Gehen, das Gleichgewicht halten, von einem Stuhl aufstehen, Baden oder Mahlzeiten zubereiten können schwieriger werden. Die Symptome können schwanken, sodass sich der Hilfebedarf von Tag zu Tag ändern kann. Auch Sprache, Schlucken, Schlaf, Stimmung oder Gedächtnis können Aufmerksamkeit erfordern.
  • Mehr Unterstützung im Alltag: Manche Menschen benötigen mit der Zeit regelmäßig Hilfe bei der Körperpflege, beim Bewegen, bei Mahlzeiten oder dabei, zu Hause sicher zu bleiben. Bei anderen verläuft die Erkrankung anders. Informieren Sie sich früh genug über Betreuungsmöglichkeiten, damit Sie gemeinsam Entscheidungen treffen können, statt erst im Notfall darüber nachzudenken.

Dies sind keine offiziellen Krankheitsstadien und keine Vorhersage darüber, was mit Ihrem Elternteil geschehen wird. Besprechen Sie Veränderungen der Symptome mit der behandelnden Fachperson, insbesondere wenn sie plötzlich auftreten oder den Alltag erheblich beeinträchtigen.

Die tägliche Pflege unterstützend und praktisch gestalten

Fragen Sie zunächst, was Ihr Elternteil selbst erledigen möchte und welche Art von Hilfe ihm nützlich erscheint. Bieten Sie jeweils nur einen Schritt an, nehmen Sie sich mehr Zeit und vermeiden Sie es, zu drängen. Vertraute Routinen können den Alltag übersichtlicher machen.

  • Richten Sie den Tagesablauf nach dem persönlichen Rhythmus aus. Notieren Sie, wann Aufgaben leichter oder schwieriger fallen, und teilen Sie diese Beobachtungen mit dem Betreuungsteam. Ein Pflegetagebuch-Generator kann dabei helfen, Beobachtungen und Fragen zu ordnen.
  • Machen Sie Routinen sichtbar. Vereinbaren Sie, wer wann hilft. Ein Wochenplaner für die Betreuung kann die Abstimmung von Besuchen und Aufgaben mit Angehörigen oder bezahlten Betreuungskräften erleichtern.
  • Halten Sie sich an den verordneten Medikamentenplan. Unterstützen Sie Ihr Elternteil dabei, den von der behandelnden Fachperson erstellten Plan einzuhalten, und notieren Sie Fragen oder Probleme, die Sie mit einer Ärztin, einem Arzt oder einer Apothekerin beziehungsweise einem Apotheker besprechen möchten. Ändern Sie die Dosis nicht und setzen Sie Medikamente nicht ohne fachliche Rücksprache ab. Wenn die Einnahme schwer zu organisieren ist, fragen Sie das Betreuungsteam nach praktischer Unterstützung.
  • Unterstützen Sie die Kommunikation. Geben Sie Ihrem Elternteil Zeit zum Antworten, reduzieren Sie Hintergrundgeräusche und wenden Sie sich beim Sprechen Ihrem Elternteil zu. Wenn sich Stimme oder Sprache verändern, fragen Sie die behandelnde Fachperson, ob eine logopädische Behandlung oder die Unterstützung durch eine entsprechende Fachperson vor Ort helfen kann.
  • Sprechen Sie Bedenken beim Essen und Trinken an. Husten während der Mahlzeiten, deutlich längere Essenszeiten oder Schluckbeschwerden sollten mit einer medizinischen Fachperson besprochen werden. Fragen Sie, ob eine Schluckuntersuchung oder eine Beratung durch eine entsprechende Therapeutin oder einen entsprechenden Therapeuten sinnvoll ist. Nehmen Sie ohne fachliche Anleitung keine größeren Änderungen bei der Ernährung oder Flüssigkeitsaufnahme vor.
  • Ermutigen Sie zu Aktivitäten, die für Ihr Elternteil geeignet sind. Fragen Sie die behandelnde Fachperson, welche Bewegung oder Übungen sicher sind, insbesondere wenn Gleichgewichtsprobleme oder Stürze ein Thema sind. Die Informationen der Parkinson’s Foundation zu Bewegung und Sport erläutern die Bedeutung körperlicher Aktivität und warum sie individuell angepasst werden sollte.

Unnötige Risiken zu Hause verringern

Ein sichereres Zuhause kann die Selbstständigkeit unterstützen und nicht nur Unfälle verhindern. Gehen Sie gemeinsam durch die Räume und fragen Sie Ihr Elternteil, was umständlich oder schwierig ist. Achten Sie auf lose Teppiche, zugestellte Wege, schlechte Beleuchtung, rutschige Flächen und häufig benötigte Gegenstände, die außer Reichweite aufbewahrt werden. Überlegen Sie, ob Haltegriffe oder andere Hilfsmittel nützlich wären, und lassen Sie sich vor größeren Veränderungen fachlich beraten.

Bei manchen Menschen mit Parkinson kann es zu Stürzen, Freezing (einer vorübergehenden Schwierigkeit, einen Schritt zu beginnen oder fortzusetzen) und Problemen beim Wenden kommen. Fragen Sie das Betreuungsteam nach einer Sturzrisikobeurteilung oder dem Rat einer Physiotherapeutin oder eines Physiotherapeuten, wenn sich Gleichgewicht oder Gehen verändern. Halten Sie die Wege zum Badezimmer frei und besprechen Sie sichere Möglichkeiten, sich zu bewegen oder umzusetzen, statt Ihr Elternteil so hochzuheben, dass Sie sich oder Ihr Elternteil verletzen könnten.

Nutzen Sie die Checkliste: Sicheres Zuhause für Senioren, um Räume und Gefahrenquellen zu überprüfen. Notieren Sie Stürze, Beinahe-Stürze und was zu diesem Zeitpunkt geschah, und teilen Sie diese Informationen der behandelnden Fachperson mit. Wenn Ihr Elternteil gestürzt und verletzt ist, sich den Kopf gestoßen hat oder nicht sicher aufstehen kann, wenden Sie sich je nach Situation an den örtlichen ärztlichen Bereitschaftsdienst oder den Rettungsdienst.

Wann Sie eine Ärztin oder einen Arzt kontaktieren oder dringend Hilfe holen sollten

Wenden Sie sich bei neuen, sich verschlimmernden oder beunruhigenden Symptomen, wiederholten Stürzen, Veränderungen beim Gehen, zunehmenden Schwierigkeiten bei alltäglichen Aufgaben, Schluckbeschwerden, Problemen mit Medikamenten oder deutlichen Veränderungen bei Stimmung, Schlaf oder Denken an die behandelnde Ärztin, den behandelnden Arzt oder das Parkinson-Betreuungsteam. Wenn Sie festhalten, wann Symptome auftreten und wie sie sich auf alltägliche Aktivitäten auswirken, kann das den Arzttermin hilfreicher machen. Nehmen Sie eine aktuelle Medikamentenliste und Ihre Fragen mit. Ein Pflegetagebuch kann Ihnen helfen, Ihre Beobachtungen vorzubereiten.

Holen Sie über den örtlichen Rettungsdienst dringend Hilfe bei einem plötzlich auftretenden, ernsten Problem – zum Beispiel bei schweren Atembeschwerden, einer schweren Verletzung oder plötzlich auftretender Schwäche oder Sprachproblemen. Gehen Sie nicht davon aus, dass eine plötzliche Veränderung einfach auf Parkinson zurückzuführen ist. Wenn Sie unsicher sind, wie dringend Hilfe benötigt wird, wenden Sie sich an den örtlichen ärztlichen Bereitschaftsdienst oder die behandelnde Praxis, um sich beraten zu lassen.

Achten Sie auf sich selbst und teilen Sie sich die Aufgaben

Die Pflege kann schrittweise mehr werden, sodass die eigenen Grenzen leicht übersehen werden. Benennen Sie die Aufgaben, die zunehmend schwierig werden, und bitten Sie Angehörige, Freunde oder örtliche Pflegedienste gezielt um Hilfe: etwa um einen regelmäßigen Besuch, eine Mahlzeit, eine Fahrt oder eine Auszeit. Wenn sich der Pflegebedarf verändert, besprechen Sie Möglichkeiten mit dem Betreuungsteam oder den örtlichen Sozialdiensten. Welche Angebote verfügbar sind, ist von Land zu Land unterschiedlich.

Nehmen Sie sich nach Möglichkeit Zeit für Ihre eigenen Termine, ausreichend Schlaf und Ihre Beziehungen. Wenn Sie sich dauerhaft überfordert oder isoliert fühlen oder die Pflege nicht mehr sicher bewältigen können, sprechen Sie mit einer Person Ihres Vertrauens und wenden Sie sich an eine medizinische Fachperson oder eine Unterstützungsorganisation für pflegende Angehörige in Ihrer Nähe. Ein Plan zur Selbstfürsorge für pflegende Angehörige kann Ihnen helfen, kleine, realistische Möglichkeiten zu finden, Unterstützung zu erhalten.

Die Pflege verändert sich, wenn sich der Bedarf Ihres Elternteils verändert. Regelmäßige, respektvolle Gespräche mit Ihrem Elternteil, der Familie und dem Betreuungsteam können Ihnen helfen, die Unterstützung anzupassen und zugleich Selbstbestimmung und Verbundenheit zu bewahren.

Quellen

  1. Parkinson’s disease — NHS
  2. What Is Parkinson’s? — Parkinson’s Foundation

CareTaskNest hilft Familien, die Betreuung im Alltag zu organisieren. Wir bieten keine medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Rufen Sie im Notfall die örtliche Notrufnummer an (112).